Sprache
Pfälzisch für Anfänger
Dubbeglas, Keschde, Hannebambel – das Pfälzische hat einen ganz eigenen Klang. Hier sind 31 Wörter und Redensarten, die du auf jedem Fest brauchst.
Kein Wort gefunden. Probier’s mal mit „Schorle" oder „Gude".
Essen & Trinken
Die Pfalz feiert mit dem Bauch – und mit dem Schoppen in der Hand.
- Dubbeglas
- Das geriffelte Halbliter-Glas für die Weinschorle. Aus dünnem Glas trinkt hier niemand. „Noch e Schorle im Dubbeglas, bittschee!"
- Schorle
- Wein mit Sprudel – das Nationalgetränk der Pfalz. Wer „Schorle" sagt, meint Wein; Apfelschorle muss man dazusagen.
- Schoppen
- Ein halber Liter Wein – das Standardmaß auf jedem Fest. „Mer trinke noch en Schoppe, gell?"
- Woi
- Wein. Das Wichtigste zuerst.
- Weck, Worscht un Woi
- Brötchen, Wurst und Wein – die heilige Dreifaltigkeit des Pfälzer Festtischs.
- Saumage
- Saumagen, das Pfälzer Nationalgericht: ein gefüllter Schweinemagen. Durch Helmut Kohl weltberühmt.
- Grumbeere
- Kartoffeln – von „Grundbirne". Grumbeersupp ist Kartoffelsuppe.
- Keschde
- Esskastanien/Maronen. Im Herbst entlang der Weinstraße frisch geröstet.
- Dampfnudel
- Großer Hefekloß, süß oder herzhaft – klassisch mit Weinsoße oder Kartoffelsuppe.
- Riwwelkuche
- Streuselkuchen.
- Fleischknepp
- Fleischklößchen bzw. Frikadelle. Auch „Flääschknepp".
Auf dem Fest
Wörter, die du auf jeder Kerwe und jedem Weinfest hörst.
- Kerwe
- Kirchweih – das Dorffest schlechthin. Andernorts auch „Kerb".
- Kerwebaum
- Der geschmückte Baum auf dem Festplatz. Sein Aufstellen eröffnet die Kerwe.
- Kerweredd
- Die gereimte Spottrede im Dialekt am Kerwebaum – jeder im Dorf bekommt sein Fett weg.
- Straußjugend
- Die ledige Dorfjugend, die die Kerwe ausrichtet: Baum stellen, Strauß binden, feiern.
- Worschtmarkt
- Der Dürkheimer Wurstmarkt – trotz des Namens das größte Weinfest der Welt.
- Schunkle
- Schunkeln – Arm in Arm im Takt der Musik hin und her wiegen.
Alltag & Redensarten
Wer das versteht, kommt in der Pfalz überall durch.
- Gude
- Hallo, grüß dich. Die universelle Pfälzer Begrüßung.
- Ei jo
- Aber ja, na klar. Auch „Ei freilich".
- Hauptsach gudd gess
- „Hauptsache, gut gegessen" – das inoffizielle Lebensmotto der Pfalz.
- Alleweil
- Jetzt gerade – oder auch „immerzu", je nach Zusammenhang.
- Ebbes
- Etwas. „Hoscht du ebbes dabei?"
- Bissel
- Ein bisschen. „Geh mer e bissel langsamer."
- Buwe
- Buben, Jungs. Mädchen sind „Mädche" oder „Mäd".
- Hannebambel
- Ein Weichei oder Tollpatsch – jemand, der sich anstellt.
- Schlabbe
- Hausschuhe, Pantoffeln.
- Bobbeschees
- Kinderwagen (von „Bobbe" = Baby/Puppe).
- Gosch
- Mund. „Hald die Gosch" heißt: sei still.
- Fisematente
- Unsinn, Ausflüchte, Faxen. „Mach kee Fisematente!"
- Uffbasse
- Aufpassen. „Bass uff!" – pass auf!
- Pälzisch
- Pfälzisch. Und ein „Pälzer" ist ein Pfälzer.
Diese Wörter fallen vor allem dort, wo gefeiert wird. Mehr über die Bräuche dahinter steht in der Kerwe-Brauchtumskunde – oder du suchst dir gleich das nächste Fest aus.