Pfalz-Wissen
Feste auf Burgen und Ruinen in der Pfalz – 32 Termine, 13 Kulissen
Konzerte in der Burgruine, Mittelaltermarkt im Burghof, Weihnachtsmarkt in den Kasematten: Wo in der Pfalz auf Burgen gefeiert wird, wann die Saison läuft und worauf man beim Besuch achten sollte.
Warum die Pfalz dafür gemacht ist
Kaum eine deutsche Region hat so viele Burgen auf so engem Raum wie die Pfalz — und viele davon sind keine Museen, sondern Veranstaltungsorte. Im Kalender stehen aktuell 32 Feste an 13 Burgen, Ruinen und Festungen: Konzertreihen, Mittelalterspektakel, Weinfeste, Kerwen und Weihnachtsmärkte.
Das Besondere daran ist die Bandbreite. Auf derselben Burg kann im Mai ein Burgfrühling stattfinden, im Juni ein Mittelalterlager, im Sommer eine Konzertreihe und im Dezember ein Weihnachtsmarkt. Die Kulisse bleibt, das Programm wechselt mit der Jahreszeit.
Die Burgen mit den meisten Terminen
Madenburg bei Eschbach — neun Freitage
Die Madenburg über Eschbach ist eine der größten und ältesten Burganlagen der Pfalz und liegt rund 250 Höhenmeter über dem Dorf. Sie hat die dichteste Terminfolge: Von Mai bis Oktober spielt jeden Freitag bei schönem Wetter „Madenburg unplugged” — Livemusik oder DJ, Einlass ab 18 Uhr, Beginn 19:30 Uhr, Eintritt frei. Allein zwischen August und dem 2. Oktober liegen neun Abende.
Weil die Reihe wetterabhängig ist und kurzfristig ausfallen kann, lohnt vor der Fahrt ein Blick auf die Kanäle der Burgschänke.
Wachtenburg über Wachenheim — vier Feste im Jahr
Die Wachtenburg über Wachenheim heißt im Volksmund „Balkon der Pfalz”. Sie kommt auf vier Termine: den Deutschen Sekttag mit Schlossfest im Mai, das Burg- und Weinfest im Juni und das viertägige Burgfest im August — das 2027 bereits terminiert ist.
Burg Lichtenberg — dreimal im Jahr, dreimal anders
Mit 425 Metern Länge ist die Burg Lichtenberg bei Thallichtenberg die größte Burganlage der Pfalz und eine der längsten Burgruinen Deutschlands. Sie bespielt das ganze Jahr: Burgfrühling im Mai, Mittelalter-Sommerspektakel im Juni und das Weihnachtsspektakulum im Dezember.
Festung Germersheim — Feiern in den Kasematten
Germersheim ist keine Höhenburg, sondern eine Festungsstadt des 19. Jahrhunderts. Gefeiert wird teils unterirdisch in den Kasematten: beim Fantasy- und Mittelalterfestival Mystika im Juni, beim Jubiläums-Festwochenende zu 750 Jahren Stadtrechten im August und bei „Weihnachten in der Festung” ab Ende November.
Die einzelnen Höhepunkte
- Burgfest Trifels in Annweiler, Juni — die Reichsburg Trifels verwahrte im Mittelalter die Reichskleinodien und ist als Ort der Gefangenschaft von Richard Löwenherz bekannt. Das Fest inszeniert lebendiges Mittelalter.
- Limburg Sommer in Bad Dürkheim, Juli — Konzertreihe in der romanischen Klosterruine Limburg aus dem 11. Jahrhundert.
- Open Air Burg Lemberg in Lemberg, Ende August und Anfang September — vier Konzertabende über zwei Wochenenden, in der Burgruine auf 458 Metern im Pfälzerwald, mit Tribute-Bands.
- Frankenthaler Ruinenkonzerte in Frankenthal, September — die Erkenbert-Ruine, Rest der früheren Stiftskirche, wird zum Klangraum.
- Burgfest „Wolf of Winestreet” auf der Wolfsburg bei Neustadt, September.
- Hardenburger Kerwe in Bad Dürkheim, Juni — eine Dorfkerwe im Schatten der Hardenburg.
- Weihnachtsmärkte im Dezember auf Burg Neuleiningen (Neuleiningen) und der Burg Landeck bei Klingenmünster, letzterer ausdrücklich mittelalterlich.
Die Ausnahme: hinauffahren statt hinaufsteigen
Fast alle Burgen erreicht man nur zu Fuß. Eine Ausnahme ist die Rietburg über Edenkoben: Dorthin fährt seit 1954 eine Sesselbahn, die in etwa acht Minuten auf 550 Meter Höhe bringt. An der Talstation an der Villa Ludwigshöhe finden eigene Feste statt — im Juli das Lichterfest, im August ein Familienwochenende mit Programm für Kinder.
Wer schlecht zu Fuß ist oder Kinderwagen dabei hat, findet hier die einzige Burgkulisse der Pfalz, die sich ohne Anstieg erreichen lässt.
Praktisches für den Besuch
- Festes Schuhwerk. Die Aufstiege sind oft unbefestigt, steil und nach Regen rutschig. Sandalen und Burgfest vertragen sich schlecht.
- Eine Lage mehr einpacken. Auf einem Bergsporn ist es abends spürbar kühler und windiger als im Ort darunter — auch im Hochsommer.
- Wetter im Blick behalten. Open-Air-Reihen auf Burgen fallen bei Regen aus, oft kurzfristig. Ein Blick auf die Seite des Veranstalters vor der Abfahrt erspart die Rückfahrt.
- Taschenlampe fürs Handy reicht selten. Der Rückweg im Dunkeln ist auf unbeleuchteten Waldwegen länger, als er tagsüber wirkt.
- Parken unten, nicht oben. An Festtagen sind die wenigen Stellplätze am Burgaufgang meist früh belegt; die Ortsparkplätze im Tal sind die sicherere Wahl.
Alle Burgtermine finden
Die Termine verteilen sich über sechs verschiedene Kategorien — von Konzert über Kerwe bis Weihnachtsmarkt. Am schnellsten findet man sie über den Veranstaltungskalender: Dort lässt sich nach Zeitraum filtern, etwa auf ein bestimmtes Wochenende. Wer nur die Konzerte sucht, wird in der Kategorie Konzert fündig, die Adventstermine stehen bei den Weihnachtsmärkten.
FAQ
Häufig gestellte Fragen
Auf welcher Pfälzer Burg finden die meisten Feste statt?
Auf der Madenburg bei Eschbach. Dort läuft von Mai bis Oktober jeden Freitag die Konzertreihe „Madenburg unplugged" bei freiem Eintritt – allein neun Termine liegen zwischen August und Anfang Oktober.
Kann man mit dem Auto bis zur Burg fahren?
Meist nicht bis ganz nach oben. Die Madenburg liegt rund 250 Höhenmeter über Eschbach, zur Wachtenburg und zum Trifels geht es ebenfalls zu Fuß hinauf. Ausnahme ist die Rietburg bei Edenkoben: Dorthin fährt seit 1954 eine Sesselbahn.
Wann ist Burgfest-Saison in der Pfalz?
Von Mai bis Oktober liegt der Schwerpunkt, mit Burgfrühling, Mittelalterspektakeln und Konzertreihen. Im Dezember kommt eine zweite, kleinere Welle: Weihnachtsmärkte auf Burg Lichtenberg, Burg Neuleiningen, Burg Landeck und in den Kasematten der Festung Germersheim.
Was sollte man zu einem Burgfest mitnehmen?
Festes Schuhwerk und eine Lage mehr als im Tal. Die Aufstiege sind oft unbefestigt, und auf einem Bergsporn ist es abends spürbar kühler und windiger als im Ort darunter.