Herbst-Saison 2026

Keschde in der Pfalz – Kastanienfeste, Märkte & Herbstgenuss

Keschde heißen die Esskastanien in der Pfalz. Wo im Oktober die Kastanienfeste und Keschdemärkte steigen und was dabei auf den Tisch kommt.

PF pfalzfeste.de 2. August 2026 · 4 Min. Lesezeit

Wenn im Oktober der Rauch der Röstpfannen über die Marktplätze zieht, ist in der Pfalz Keschde-Zeit. Die Esskastanie ist hier kein Nischenprodukt, sondern gehört zum Herbst wie der Federweißer – mit eigenen Festen, eigenen Märkten und einem eigenen Wort.

Keschde – was ist das eigentlich?

Keschde ist Pfälzisch für die Esskastanie, auch Edelkastanie oder Marone genannt. Sie hat nichts mit der Rosskastanie zu tun, die man aus Parks und Biergärten kennt und die nicht essbar ist. Erkennen lässt sich der Unterschied an der Hülle: Die Esskastanie steckt in einem dicht mit feinen Stacheln besetzten Igel, die Rosskastanie in einer glatteren Schale mit wenigen groben Stacheln.

Dass die Bäume ausgerechnet hier so zahlreich stehen, hat mit Klima und Geschichte zu tun. Der Haardtrand – der Übergang vom Pfälzerwald zur Weinstraße – bietet mit milden Wintern und sauren Sandböden ideale Bedingungen. Als Wegbereiter gelten die Römer, die die Edelkastanie einst zusammen mit der Rebe an den Rhein brachten. Bis heute zählen die Kastanienwälder am Haardtrand zu den größten Beständen Deutschlands.

Wann ist Keschde-Saison?

Die Früchte reifen ab Ende September und fallen dann von selbst aus den Igeln – gesammelt wird, was am Boden liegt. Der Höhepunkt der Festsaison ist klar der Oktober:

  • September: erste reife Keschde, die Weinlese läuft, Federweißenfeste starten
  • Oktober: Hauptsaison – Kastanienmärkte, Keschdefeschde und Weinherbst-Veranstaltungen
  • November: letzte Ausläufer, oft in Kombination mit Martinsmärkten und Kerwen

Als Gegenstück im Frühjahr gibt es übrigens das Kastanienblütenfest in Frankweiler: Dann blühen dieselben Bäume, die im Herbst die Keschde liefern.

Die Kastanienfeste und Keschdemärkte

Der Schwerpunkt liegt in der Südpfalz und am südlichen Haardtrand – dort, wo die Kastanienwälder direkt an die Weinberge grenzen:

  • Annweiler am Trifels – die Keschde-Hochburg schlechthin. Rund um das Keschdefeschd dreht sich im Oktober alles um die Kastanie: Marktstände, regionale Spezialitäten und geführte Wanderungen in die umliegenden Wälder.
  • Wein- und Kastanienmarkt Edenkoben – die Kombination, die die Pfalz ausmacht: Winzer aus der Region, Kastanienspezialitäten und Kunsthandwerk am Fuße der Rietburg.
  • Keschdemarkt Hauenstein – Markttag mitten im Pfälzerwald, verbunden mit einem verkaufsoffenen Sonntag.
  • Herbschdwächelfeschd Heuchelheim-Klingen – Herbstfest mit Wein und Keschde, entspannt und dörflich.
  • Birkweiler Weinherbst in Birkweiler und HerbstRausch in Bad Bergzabern – Weinfeste mit deutlicher Herbst-Handschrift, bei denen Kastanien auf der Karte stehen.

Alle aktuellen Termine mit Datum stehen weiter unten im Terminblock – und laufend aktualisiert in der Kategorie Märkte.

Keschde und Federweißer – das Herbst-Duo

Kaum eine Kombination ist pfälzischer als geröstete Keschde mit einem Glas Federweißer. Der junge, noch gärende Wein ist süß und spritzig, die Kastanie mehlig und nussig – das passt zusammen wie Schorle und Dubbeglas.

Auf den Märkten begegnen dir Keschde in mehreren Varianten:

  • Gebrannte Keschde – über offenem Feuer in der Lochpfanne geröstet, der Klassiker zum Mitlaufen
  • Keschdesupp – cremige Kastaniensuppe, oft mit einem Schuss Sahne oder Wein
  • Als Beilage zu Wild – Rehragout oder Wildschwein mit Maronen sind feste Größen auf der Herbstkarte
  • Süß – als Kastanienkuchen, Maronencreme oder Likör

Wer tiefer in die Pfälzer Festküche einsteigen will: Der Saumagen-Guide erklärt, was sonst noch auf den Teller kommt.

Unterwegs im Kastanienwald

Die schönste Art, die Saison zu erleben, ist zu Fuß. Der Keschdeweg verläuft am Haardtrand entlang und verbindet auf seiner Strecke Kastanienwälder, Weinberge und Winzerdörfer – im Oktober leuchtet das Laub, und unterwegs liegen die Igel buchstäblich am Wegrand.

Praktisch dabei: Viele Etappen enden in Orten, in denen am selben Wochenende ein Fest läuft. Eine Wanderung am Vormittag und ein Glas Federweißer am Nachmittag lassen sich gut verbinden – Ideen dazu im Wochenend-Guide für die Weinstraße.

Tipps für den Keschde-Besuch

  • Bargeld einstecken. Die Röststände auf den Märkten sind oft kleine Familienbetriebe ohne Kartenzahlung.
  • Warm anziehen. Oktober in der Pfalz heißt: sonniger Mittag, empfindlich kühler Abend. Zwiebellook lohnt sich.
  • Früh kommen. Die beliebten Märkte sind am Sonntagnachmittag am vollsten – vormittags hat man mehr von den Ständen.
  • Mit Bus und Bahn anreisen. Annweiler und Hauenstein liegen an der Bahnstrecke durchs Queichtal, Edenkoben an der Weinstraße. Details im Anreise-Guide.
  • Selbst sammeln? Kleine Mengen für den Eigenbedarf sind im Wald meist in Ordnung. Finger weg von Naturschutzgebieten und eingezäunten Grundstücken – und immer nur aufsammeln, was schon gefallen ist.
  • Mit Kindern: Kastaniensammeln ist ein Selbstläufer. Eine Tüte oder ein Körbchen mitnehmen – weitere Ideen im Familien-Guide.

Jetzt die Herbsttermine finden

Welches Kastanienfest als Nächstes ansteht, siehst du tagesaktuell in der Kategorie Märkte und in der Weinfest-Übersicht. Und falls du noch unsicher bist, welche Art Fest überhaupt zu dir passt: Der Fest-Typ-Test hilft weiter.

PF
pfalzfeste.de

Redaktion bei pfalzfeste.de – schreibt über Wein, Tradition und die schönsten Plätze der Pfalz.

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FAQ

Häufig gestellte Fragen

Was sind Keschde?

Keschde ist das pfälzische Wort für Esskastanien, auch Edelkastanien oder Maronen genannt. Nicht zu verwechseln mit der Rosskastanie, die ungenießbar ist.

Wann ist Kastanien-Saison in der Pfalz?

Die Esskastanien reifen ab Ende September. Die Hauptzeit für Keschdemärkte und Kastanienfeste liegt im Oktober, vereinzelt geht es bis in den November hinein.

Wo finden die Kastanienfeste statt?

Schwerpunkt ist der Haardtrand und der südliche Pfälzerwald – unter anderem in Annweiler am Trifels, Edenkoben, Hauenstein, Heuchelheim-Klingen und Bad Bergzabern.

Darf man Kastanien im Pfälzerwald selbst sammeln?

Für den Eigenbedarf ist das Sammeln kleiner Mengen im Wald in der Regel erlaubt. In Naturschutzgebieten und auf eingezäunten Privatgrundstücken gilt das nicht – dort besser nachfragen.